Betriebsrat der Salzgitter Service und Technik GmbH gründet Netzwerk zur Entwicklung eines „Green -Tech“ Projektes zur Herstellung von Biokohle durch Hydrothermale Carbonisierung

...mit 3 Universitäten und 2 Hochschulen

Vor ca. 1 Jahr hat  Herr Prof. Dr. Peinke, Institut für Physik der Universität Oldenburg  beim Betriebsrat der Salzgitter Service und Technik GmbH (SZST) angefragt ob wir ihn bei der Weiterentwicklung einer HTC-Laboranlage unterstützen können. Evtl. Bau einer Pilotanlage durch Kollegen der SZST.

 

Sein damaliger Physik-Student Thomas Greve hat sich intensiv  auch im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dieser Technologie befasst und in Oldenburg eine Laboranlage gebaut.

 

Durch die „Hydrothermale Carbonisierung“ kann fast jede Biomasse kurzfristig in CO2 neutrale Kohle umgewandelt werden. Dieses Verfahren wurde bereits vor über 100 Jahren von dem Nobel-Preisträger Friedrich Bergius beschrieben.

 

Bilder von der Veranstaltung

1. Studentengruppe stellt Ergebnisse vor

2. Rege Diskussion

 

 

Prof. Dr. Peinke kennen wir bereits seit ca. 2,5 Jahren über das Projekt „forwind“ der Uni Oldenburg und Uni Hannover. Er war bereits als Gast vor 2 Jahren beim Betriebsrat der SZST. Wir organisierten kurzfristig einen Termin mit dem technischen Vertrieb der SZST.

 

Prof. Dr. Peinke kam bald mit H. Greve nach Salzgitter um das Projekt vorzustellen. Laut Aussage der Fachleute müsste eine technische Realisierung durch die SZST möglich sein.

 

Im Frühjahr erfolgte dann ein Besuch von uns bei der Uni Oldenburg. An diesem Besuch nahm auch eine Mitarbeiterin der IG Metall Vorstandsverwaltung aus Frankfurt teil. Die IGM hat  ein sehr großes Interesse an diesem Green-Tec Projekt. Inzwischen ist auch der DGB-Bundesvorstand interessiert.

 

In der Betriebsversammlung  der SZST im Frühjahr 2009 informierten wir  auch unsere Kolleginnen und Kollegen über dieses  Projekt und die Möglichkeiten einer evtl. Realisierung durch die SZST. Gemäß des Betriebsverfassungs-gesetzes ist es  auch  Aufgabe von Betriebsräten  Maßnahmen zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen dem Unternehmen  vorzuschlagen.

Bei dem Besuch in Oldenburg kamen wir gemeinsam zu dem Ergebnis, dass die „Oldenburger Labor-Anlage“ ingenieurtechnische optimiert werden sollte. Hier boten wir gleich an, Kontakte zu den Hochschulen der Region Braunschweig herzustellen.

 

Prof. Dr. Ahrens von der Ostfalia-Hochschule in Wolfenbüttel (Bioverfahrens-technik)  hat sofort zugesagt dieses innovative Projekt zu unterstützen. Bei einem gemeinsamen Besuch in Oldenburg wurde dies Angebot konkretisiert. Er beauftragte eine Studentengruppe ( 6. Semester-Bioverfahrenstechnik) sich in einem Projekt im Sommer 2009 intensiv mit dieser Technologie zu befassen und Vorschläge für eine Realisierung zu erarbeiten.

 

Wir beobachteten weiter sehr intensiv alle anderen HTC – Aktivitäten in Deutschland. Wir sind erstaunt, dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bereits über 1 Million Euro für verschiedene HTC-Projekte bewilligt hat. Das Kapital der Stiftungist der Verkaufserlös der „alten“ Salzgitter AG. Auch vom BMBF wurden inzwischen 2 Projekte bewilligt.   Deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass durch unsere Aktivitäten begründet  die Professoren Peinke, Buchwald und Ahrens  eine Projektskizze für ein „HTC-Niedersachsen-Projekt“ ergriffen haben, um die weiteren  Entwicklungen in Niedersachen  auf solide Füße zu stellen.

 

Von uns wurde parallel auch die Bezirksleitung der IG-Metall in Hannover überdies Projekt informiert. Die Bezirksleitung hat sofort Ihre Unterstützung angeboten und dies Projekt bei den zuständigen Institutionen des Landes Niedersachen vorgestellt und um Landes-Förderung gebeten, damit auch unser Bundesland „auf Augenhöhe“ mit den anderen HTC-Projektgruppen in Deutschland ist.

 

Durch die Hydrothermale Carbonisierung lassen sich die unterschiedlichsten Kohle-Produkte herstellen. Sei es z.B. die sog. Schwarzerde (Terra Preta) zur Bodenverbesserung oder Kohlepulver (im Nanobereich) für den Betrieb von Brennstoffzellen. Metallurgische Kohle oder sogar Kraftstoffe. Auch die unterirdische Einlagerung „umgewandelter Biomasse“ ist denkbar um die Entstehung von  Treibhausgasen bei der Verrottung zu verhindern.

 

Für uns ist ist die Metallurgische Kohle von besonderem Interesse, da die SZST zur „Salzgitter Gruppe“ gehört Diese  CO2 neutrale metallurgische Kohle ist für ein klimagerechtes Hüttenwerk der Zukunft  sehr wichtig.

 

In den letzten Wochen haben wir noch weitere wichtige Partner gewinnen können.

 

Frau Prof. Dr. von Frieling von der FH Osnabrück, die bereits vor längerer Zeit intensiv an der HTC geforscht hat. Herrn Prof. Dr. Spitzer von der Uni Clausthal-Zellerfeld, Institut für Metallurgie und Herrn Prof. Dr. Schumpe von der TU Braunschweig, Institut für technische Chemie.

 

In den letzten Tagen hatten wir alle Experten bei uns zu Gast um die weiteren Schritte zu besprechen und die engagierten Studenten der Ostalia  -Hochschule  präsentierten die Ergebnisse ihres HTC-Projektes.

 

Kontakt:
Kollege Reinhard Voges
Innovationsausschuß-Betriebsrat-SZST
Handy: 0160-90446968