Ehrenfriedhof Jammertal in Salzgitter-Le- benstedt, 2011. Die Namen sichtbar mach- en: In fünf Metallbüchern befinden sich etwa 4000 Namen von Opfern mit Geburts- und Sterbedatum und Grabkoordinaten. Foto: Elke Zacharias
GESCHICHTE DES ANTIKRIEGSTAG (1. SEPTEMBER) Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!
Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbun- des zum 01. September 2016: "Viele Millionen Menschen sind heute weltweit Opfer von Kriegen und Bürgerkriegen, von politischer, eth- nischer und religiöser Verfolgung und suchen Schutz in anderen Regionen ihres Heimatlandes, in Nach- barländern oder auch in Industrieländern", heißt es im diesjährigen Aufruf des DGB zum Antikriegstag. "Ihre Würde zu schützen ist uns Verpflichtung." Die Geschichte des Antikriegstags im Bild-Plakate und Dokumente von DGB und Gewerkschaften zum Antikriegstag Seit 1957 erinnert der DGB am 1. September an die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie an die schrecklichen Folgen von Krieg, Ge- walt und Faschismus. An jedem 1. September ma- chen der Gewerkschaftsbund und seine Mitglieds- gewerkschaften seitdem deutlich: Die deutschen Gewerkschaften stehen für Frieden, Demokratie und Freiheit. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!
Antikriegstag
1957 – Der erste Antikriegstag – "Nie wieder Krieg!" Auf Initiative des DGB wurde erstmalig am 1. Sep- tember 1957 des Jahrestags des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen von 1939 und damit des Beginns des Zweiten Weltkriegs im Rahmen eines Antikriegstages gedacht. 1966 Beschluss des DGB über regelmäßigen Gedenktag 1966 richtete die IG Metall mit nachdrücklicher Unterstützung der ÖTV (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Transport, Verkehr - heute ver.di) einen Antrag an den 7. Ordentlichen DGB-Bundes- kongress: Der 1. September sollte fortan von DGB und Gewerkschaften als Tag des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg begangen werden. Der Antrag (siehe unten) wurde von den Delegierten des Bundeskongresses angenommen.
Motiv eines Plakats der DGB-Jugend zu einer Antikriegs- tagsveranstaltung 1981 in Essen
"Dass wir als Gewerkschafter gegen den Krieg, gegen jeden Krieg sind, ist doch selbstverständlich. Unsere Einheitsgewerkschaft ist aus den Erfahrungen mit Kriegstreibern und Mördern entstanden. (...) Es gibt Realitäten, die zu groß sind für Hass oder Vergeltung. Nur eines darf man nicht zulassen: das Vergessen! Mit jedem Vergessen sterben die Gefolterten, Ver- brannten und Gefallenen zum zweiten Mal." 1980 – erster zentraler DGB-Aufruf "Einzige Chance: Entspannung, Abrüstung, Frieden – weltweit" 1980 startete der DGB einen ersten zentralen Auf- ruf zum Antikriegstag unter dem Motto: "Einzige Chance: Entspannung, Abrüstung, Frieden - welt- weit". Mit der Entwicklung der Neutronenbombe, dem NATO-Doppelbeschluss und dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan stieg 1979 die Furcht vor einem neuen weltweiten Krieg. Die Friedens- bewegung in Deutschland wuchs. Im Aufruf des DGB hieß es, angesichts der bedrohlichen welt- politischen Lage sei es mehr denn je Aufgabe der Gewerkschaften, sich für Frieden, Entspannung und Abrüstung einzusetzen. 1989 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs "Nie wieder Krieg - für den Frieden arbeiten" Unter dem Motto "Nie wieder Krieg - für den Frieden arbeiten" gedachte der DGB zum Anti- kriegstag des 50. Jahrestags des Beginns des Zweiten Weltkriegs. Das Motto sollte "dazu aufrufen zurückzuschauen, um aus Fehlern und Versäumnissen zu lernen und sich andererseits unserer Verantwortung für die Zukunft zu stell- en", so der damalige DGB-Vorsitzende. 1999 60. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs "Nie wieder Krieg - nie wieder Völ- kermord" "'Nie wieder Krieg' - am Ende dieses Jahrhunderts müssen wir erleben, dass diese alte Forderung der Deutschen Gewerkschaftsbewegung noch längst nicht verwirklicht ist. 'Nie wieder Völker- mord' - erleben müssen wir auch, dass nach wie vor weltweit Menschenrechte mit den Füßen ge- treten werden, dass Völkervertreibung und Massenmord bittere Wirklichkeit sind." So der Auszug aus dem Antikriegstags-Aufruf des DGB von 1999, der unter anderem geprägt war vom Eindruck der Kriegsverbrechen der Kriege im ehe- maligen Jugoslawien sowie dem Einsatz der NATO im "Kosovo-Krieg". 2009 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs "Kriege vermeiden Krisen bekäm- pfen die Weltwirtschaft neu ordnen"´- NPD- Verbot gefordert "60 Millionen Opfer stehen für den schlimmsten Vernichtungskrieg in der Geschichte der Men- schheit. Auch 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges sind wir Tag für Tag mit Kriegen konfrontiert. Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauert an. In Afghanistan herrscht Krieg. Der Krieg ist mit militärischen Mit- teln nicht zu gewinnen. Wir fordern, den Bundeswehreinsatz schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer nachhaltigen Zivilgesellschaft zu unterstützen. (...) Wer Frieden will, muss den Feinden der Freiheit und Demo- kratie entschlossen entgegentreten. Alte und neue Nazis haben keinen Platz in unserem Land. Der DGB fordert mit allem Nachdruck ein Verbot der NPD", so der DGB in seinem Antikriegs- tagsaufruf 2009.
Antrag und Beschluss des 7. Ordentlichen DGB-Bundes- kongresses von 1966 zur regelmäßigen Einrichtung eines Gedenktags am 1. September
1979 – 40. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs "Nie wieder Krieg! Abrüstung – Ge- winn für uns!" Zum 1. September 1979, dem 40. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs, rief der DGB unter dem Motto: "Nie wieder Krieg! Abrüstung Gewinn für uns!" bundesweit zum Antikriegstag auf. Auf einer zentralen Veranstaltung der DGB- Jugend NRW in der Dortmunder Westfalenhalle sprach der damalige DGB-Vorsitzende Heinz Os- kar Vetter zu 16.000 Teilnehmerinnen und Teil- nehmern:
2014 100 Jahren Beginn des Ersten Weltkriegs, 75 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs: "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!" 2014 war für die Antikriegs- und Frie- densbewegung ein Jahr von besonderer historischer Bedeutung: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. So forderte der DGB in seinem Aufruf zum Anti- kriegstag 2014: "Beide Jahrestage machen den diesjährigen Antikriegstag zu einem zentralen Tag der Erinnerung und des Mahnens. Auch heute gilt: Kriege kommen nicht über uns sie werden gemacht. Gewalt geht von Menschen aus und trifft Menschen. Sie werden getötet, ver- wundet und vertrieben. Ihr Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert - während andere aus Kriegen Profite schlagen oder ihre Machtinteressen durchsetzen. Daran erinnern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seit 1957 nicht nur am Antikriegstag: Nie wieder darf Krieg von deutschem Bo- den ausgehen." Quelle: DGB Antikriegstag in Salzgitter Der jährliche Antikriegtag am 1. Sep- tember wird traditionell mit einer Ge- denkfeier des DGB auf dem Ausländer- friedhof Jammertal begangen. Hier wurden Insgesamt über 4000 Opfer aus mehr als 15 Nationen beigesetzt. Mit der Gründung der Reichswerke "Herm- ann-Göring" kamen ab 1937 immer mehr Menschen in das Aufbaugebiet. Nach Kriegsbeginn waren dies vor all- em Zehntausende Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Die schwere Arbeit und die oft unzu- reichenden Lebensbedingungen führ- ten zu einer stetig steigenden Sterbe- rate. In den ersten Jahren wurden alle Toten auf den Dorf- und Kirchenfried- höfen oder auf dem Friedhof Wester- holz bei Salzgitter beigesetzt. Die Errichtung eines zentralen "Ausl- änderfriedhofes" begann im Frühsom- mer 1943.
In fünf Metallbüchern befinden sich etwa 4000 Namen
VERTRAUENSLEUTE der IG Metall
in der SALZGITTER FLACHSTAHL GmbH Werk Salzgitter
VERTRAUENSLEUTE SZFG
Salzgitter-Peine